Biografie

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Paul Simmonds, geboren 1949 in London, wuchs in Südafrika auf, wo er auch sein anfängliches musikalisches Studium (Bachelor of Music) an der Witwatersrand Universität, Johannesburg, mit Orgel als Hauptinstrument, abschloss. Der Emfang eines Stipendiums ermöglichte es ihm, sich am Konservatorium Freiburg bei Stanisalv Heller ganz auf das Cembalo zu konzentrieren. 1974 wurde er Schüler von Colin Tilney in London. Weitere kunstlerische Impulse bekam er auch in Meisterkursen von Kenneth Gilbert und Gustav Leonhardt.

Sein erfolgreiches Debut 1979 im Purcell Room, London, markierte den Beginn der Karriere Paul Simmonds’ als Solist und Continuospieler und führte ihn seither im Rahmen zahlreicher Engagements durch ganz Europa und darüber hinaus. 1982 übersiedelte er in die Schweiz nach Basel, wo er für acht Jahre als Organist in einer der Stadtkirchen tätig war. In dieser Zeit unterrichtete er Cembalo- und Kammermusik sowohl an den deutschen Konservatorien Karlsruhe und Mannheim als auch im schweizerischen Biel. Dort führte er zudem als externer Prüfer Diplomprüfungen für Cembalo durch.

Als Continuospieler hat Paul Simmonds bereits mit vielen der namhaften Soloisten und Ensembles für Alte Musik in Europa zusammengearbeitet. So spielt er regelmässig im Duett mit Marianne Mezger (Blockflöte und Barock-Musette) und nahm – ergänzt um Ekkehard Weber (Viola da Gamba) – als Mitglied des Ensembles “Trio Basiliensis” an CD- und Hörfunkaufnahmen teil.


Seid 1989 beschäftigte sich Paul Simmonds zunehmend mit dem Clavichord. Seine erste CD “Deutsche Musik für Clavichord” – ganz diesem Instrument gewidmet – erschien 1995 auf dem Label Ars Musici und hat in der Musikwelt weithin Beachtung gefunden. Die zweite CD-Veröffentlichung Paul Simmonds’, ausschliesslich mit Werken des nahezu in Vergessenheit geratenen Komponisten Ernst Wilhelm Wolf, gewann den renommierten “Deutschen Schallplattenpreis”. 2004 erschien eine CD mit Renaissancemusik gespielt auf einer Kopie des Pisaurensis Clavichords, des ältesten erhalten gebliebenen, signierten und datierten Instruments jener Zeit. Seine jüngste CD, mit den zwölf Polonaisen und acht Fugen von Wilhelm Friedemann Bach, wurde 2007 auf dem Label London Independent Records veröffentlicht.

Eine regelmässige Lehrtätigkeit betreibt Paul Simmonds u.a. am West Dean College in Chichester (Sussex) sowie in Berlin und London, wo er auch als Gasttutor am Trinity College of Music dozierte. Ueber einen Zeitraum van 12 Jahren begleitete er einen monatlich stattfindenden Kurs für Clavichord, Cembalo und Aufführungspraxis in der Schweiz und schrieb zahlreiche Artikel zur Interpretations- und Spieltechnik. Ein gleichermassen leidenschaftliches Interesse Paul Simmonds’ gilt auf historischen Instrumenten gespielter Neuer Musik, und so umfasst sein Repertoire auch einige dazu eigens für ihn komponierte Stücke. Im Jahre 2004 war er künstlerischer Leiter und Jurymitglied des ersten internationalen Wettbewerbs für neue Musik auf dem Clavichord. Die Veranstaltung wurde initiiert von den British Clavichord Society, zu deren Gründungsmitgliedern Paul Simmonds zählt. Paul Simmonds ist seit 2010 Präsident der Schweizerischen Clavichord Gesellschaft.

"La maîtrise avec laquelle Paul Simmonds joue des plus infimes nuances est étonnant..."

Magazin d'Orgue